Planungsprinzip

Die Planungsparameter
Fixe Einflussfaktoren, die den Alltag charakterisieren.

Effizienz
Die beste Basis für motiviertes Arbeiten.

Grundlagen

Effizienz ist das Maß für ein Ergebnis unter Berücksichtigung der eingesetzten Mittel. Dieses Ergebnis ist in der Büroplanung ein der Arbeitsaufgabe und den Kommunikations­anforderungen entsprechendes Bürokonzept, welches die Gesunderhaltung der Mitarbeiter sichert und ihre Motivation fördert. Die eingesetzten Mittel sind vor allem die Investitionen in die Immobilie, in die Einrichtung, in die Infrastruktur und in die Arbeitsmittel.

Während einige dieser Kosten fortlaufend sind, sind die Anschaffungskosten für die Einrichtung des Büros einmalig, zumindest für lange Zeit. Sie sind im Verhältnis zu den fortlaufenden Kosten gering, wenngleich die Einrichtung bei den Mitarbeitern sehr intensiv wahrgenommen wird.

Dennoch wird der Begriff Effizienz in der Büroplanung häufig nur im Zusammenhang mit der Flächeneffizienz genannt. Es geht also darum, die zur Verfügung stehende oder neu zu schaffende Fläche möglichst effizient zu nutzen.

Effizient wird es demnach vor allem dann, wenn möglichst viele Arbeitsplätze auf möglichst geringer Bürofläche untergebracht werden. Die Reduzierung der Effizienz allein auf diesen Parameter reicht jedoch nicht aus.

Konsequenz

Bei der Betrachtung der Effizienz eines Bürokonzeptes darf nicht allein die benötigte Bürofläche analysiert werden. Effizient wird ein Bürokonzept vor allem dann, wenn alle für die Konzeptentwicklung genannten Bausteine gleichermaßen berücksichtigt wurden.

Kurze Kommunikationswege und optimierte Prozessunterstützungen sparen Zeit, ergonomische Arbeitsplätze und gutes Raumklima erhalten die Gesundheit und reduzieren Ausfallzeiten. Die Ausstattung und Gestaltung der Fläche, das Angebot an Recreation und die Auswahl des Mobiliars reduzieren ebenfalls die Ausfallzeiten und motivieren zudem die Mitarbeiter. Die Möglichkeit der flexiblen Anpassung der Räume und Ausstattungen bei zukünftigen Veränderungen, spart langfristig Geld und vermeidet Ausfallzeiten.

Die Effizienz ist also kein Parameter, der einmalig bei der Planung zu berück­sichtigen ist, vielmehr zeigt sich die Effizienz eines Büro­konzeptes über die Dauer der Nutzung.

Fazit zur Effizienz

ZELLENBÜRO

hoher Flächenbedarf pro Arbeitsplatz, sehr geringe Flexibilität für Anpassungen der Arbeitsplatzkonstellationen

GRUPPENBÜRO

mittlerer Flächenbedarf pro Arbeitsplatz (je nach Gruppengröße), hohe Flexibilität innerhalb der Gruppe

KOMBI-BÜRO

sehr hoher Flächenbedarf pro Arbeitsplatz, geringe Flexibilität in der Arbeitsplatzstruktur, gute Flexibilität bei den Zusatzfunktionen in der Kombizone

OPEN SPACE BÜRO

sehr geringer Flächenbedarf pro Arbeitsplatz, sehr hohe Flexibilität in der Anpassung der Arbeitsplatzstruktur

BÜROLANDSCHAFT

unterschiedlicher Flächenbedarf pro Arbeitsplatz, insgesamt ein sehr flexibles Konzept, wenngleich einzelne Bereiche sehr unflexibel sein können

Kommunikation
Entscheidende Faktoren für den reibungslosen Austausch.

Grundlagen

Die Berücksichtigung der Anforderungen an die Kommunikation stellt einen der entscheidenden Faktoren für das zukünftige Bürokonzept.

Ein Bürokonzept muss alle Anforderungen an spontaner und geplanter Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Abteilungen und Unternehmenseinheiten berücksichtigen und unterstützen. In einer Bedarfsanalyse, die sowohl den IST‑Zustand, als auch den SOLL‑Zustand betrachtet, müssen diese Kommunikations­anforderungen sehr spezifisch ermittelt werden – zwischen einzelnen Mitarbeitern, Abteilungen, einzelnen Mitarbeitern verschiedener Abteilungen und Unternehmenseinheiten.

Bei der Analyse der Kommunikationsanforderungen sind im Besonderen auch hierarchische Strukturen zu berücksichtigen, die Einfluss auf die direkte Kommunikation haben können.

Konsequenzen

Aus den Anforderungen an den Kommunikationsbedarf ergibt sich eine Empfehlung hinsichtlich eines geeigneten Bürokonzeptes, welches auf alle weiteren Bausteine Auswirkungen hat.

Da die Analyse der Kommunikationsanforderungen unterschiedliche Ergebnisse innerhalb eines Unternehmens hervorbringen wird, gibt es also nicht das eine einzig richtige Bürokonzept für ein Unternehmen, sondern eine sinnvolle Mischung verschiedener Umsetzungen.

Das Bürokonzept des Unternehmens kann sich also aus Modulen verschiedener Konzepte zusammen­setzen, die in ihrer Klein­teiligkeit bis auf einzelne Mitarbeiter­gruppen herunter­gebrochen werden können und somit den unterschiedlichen Anforderungen an die Kommunikation gerecht werden.

Analyse

Die Analyse der Kommunikationsanforderungen sollte von der gesamten Unternehmenseinheit bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern geführt werden. Dies kann im Rahmen von Interviews wie folgt abgebildet werden:

Planungsprinzip Analyse Kommunikation

Arten der Kommunikation

Diese Analyse der Kommunikationsbeziehungen ermöglicht einen Eindruck darüber, wie stark eine Abteilung kommuniziert und mit wem. Die räumliche Nähe von Abteilungen, die stark miteinander kommunizieren, ist die Konsequenz. Parallel muss solch eine Matrix jedoch auch für die einzelnen Mitarbeiter erstellt werden, um herauszufinden ob sich der hohe Kommuni­kations­bedarf auf die ganze Abteilung bezieht oder nur auf einzelne Mitarbeiter und vor allem, wie kommuniziert wird. Erst aus dieser Analyse kann ein konkretes Konzept zur Arbeits­platz­planung abgeleitet werden.

Folgende Kommunikationsarten können unterschieden werden:

Direkte spontane Kommunikation
Verbaler Austausch „über den Schreibtisch hinweg“

Permanente Kommunikation
Kommunikation innerhalb von Ablauf­prozessen und Projekten – spontan, geplant, meist geregelt

Informations-Kommunikation
geplante Kommunikation von Projekt- oder Unternehmensinformationen

Fazit zur Kommunikation

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Kommunikation der Konzentration nicht dienlich ist. Gerade die spontane Kommunikation stellt häufig eine Störung im Arbeitsablauf dar. Die verschiedenen Bürokonzepte bieten Vor- und Nachteile hinsichtlich des Zusammenspiels von Kommunikation und Konzentration.

ZELLENBÜRO

hohe Konzentration, geringe spontane Kommunikation

GRUPPENBÜRO

geringe Konzentration, hohe spontane Kommunikation

KOMBI-BÜRO

hohe Konzentration, geringe bis gute Kommunikation

OPEN SPACE BÜRO

geringe Konzentration, hohe spontane Kommunikation

BÜROLANDSCHAFT

unterschiedliche Konzentration und Kommunikation

Einrichtung
Harmonie für mehr Wohlbefinden.

Grundlagen

Bei der Einrichtung eines Büroarbeitsplatzes beschränkt man sich häufig auf die Auswahl des Büromobiliars. Mit der Einrichtung des Arbeitsplatzes ist jedoch die Symbiose aus verschiedenen Parametern gemeint, die zusammen ein harmonisches Ganzes ergeben:

Das Mobiliar

Das Mobiliar muss allen gültigen Normen und Richtlinien entsprechen und eventuelle Besonderheiten der Arbeitsaufgabe erfüllen (Ablagesysteme, technische Ausstattung etc.)

Die Raumakustik

Schlechte Sprachverständlichkeit oder akustische Störungen wirken sich nicht nur negativ auf die Konzentration aus, sondern können anhaltend eine gesundheitliche Belastung darstellen.

Die Beleuchtung

Neben der Beleuchtung des Arbeitsplatzes mit künstlichem Licht, geht es vor allem auch um die Steuerung der natürlichen Belichtung. Der Arbeitsplatz muss zu jeder Jahres- und Tageszeit der Arbeitsaufgabe entsprechend ausreichend belichtet sein, ohne Blendungen oder Verschattungen hervorzurufen. Die Anforderungen an die lichttechnische Ausstattung des Arbeitsplatzes sind zwar gesetzlich formuliert, letztlich aber auch abhängig von der Arbeitsaufgabe und dem persönlichen Empfinden des einzelnen Mitarbeiters.

Die Raumarchitektur

Die Räume müssen so geplant sein, dass alle gesetzlichen Anforderungen an Abstands- und Verkehrsflächen eingehalten werden können. Darüber hinaus gilt es eine Raumgeometrie abzubilden, die ein behagliches Raumgefühl vermittelt (Vermeidung von zu niedrigen oder zu hohen Räumen, oder von sog. Schläuchen).

Das Raumklima

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, das Raumklima durch den Mitarbeiter steuerbar zu machen. In Räumen mit mehreren Mitarbeitern und zentralen Regelungen aus energetischen Überlegungen machen dies häufig nicht möglich. Somit ist durch Messungen und Befragungen eine angepasste Steuerung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Frischluftzufuhr sicherzustellen.

Die Rauminfrastruktur

Mit der Rauminfrastruktur sind vor allem technische Ausstattungen gemeint, die sinnvoll zur Verfügung stehen sollten. Hier gilt es Kabelführungen im Bewegungs­bereich des Nutzers zu vermeiden, ebenso Notwendig­keiten von technischen Aus­rüstungen, wie z.B. Arbeitsplatzdruckern, zu prüfen.

Wird auch nur einer dieser Parameter nicht optimal angepasst, wird dies Konsequenzen auf das Wohlbefinden des Mitarbeiters haben und somit auf seine Gesundheit, seine Motivation und am Ende auf seine Produktivität.

Fazit zur Einrichtung

ZELLENBÜRO

individuelles Mobiliar möglich, auf den Arbeitsplatz abgestimmte Beleuchtung und Belichtung, der Technik entsprechende ELT‑Ausstattung

GRUPPENBÜRO

Möbelsystem verkettbar, mit akustisch wirksamen Adaptionen oder Zusatzelementen, flexible Führung und Aufnahme der ELT‑Komponenten, gleichmäßige Grund­beleuchtung, evtl. ergänzt durch Steh- oder Arbeitsplatzleuchten

KOMBI-BÜRO

individuelles Büromobiliar möglich, auf den Arbeitsplatz abgestimmte Beleuchtung und Belichtung, der Technik entsprechende ELT‑Ausstattung, individuelles Mobiliar in der Kombizone, evtl. Sonderanfertigung, mit Grund- und Sonderbeleuchtung, entsprechend der Nutzungs­einheit der Kombizone

OPEN SPACE BÜRO

verkettbare Möbelsysteme, mehrreihig, mit akustisch wirksamen Adaptionen oder Zusatzelementen, flexible Führung und Aufnahme der ELT‑Komponenten, gleichmäßige Grund­beleuchtung, evtl. ergänzt durch Steh- oder Arbeitsplatzleuchten

BÜROLANDSCHAFT

verkettbare flexible Möbelsysteme, je nach Einsatzbereich veränderbar, mit akustisch wirksamen Adaptionen oder Zusatz­elementen, flexible Führung und Aufnahme der ELT‑Komponenten, gleichmäßige Grund­beleuchtung, evtl. ergänzt durch Steh- oder Arbeitsplatzleuchten, individuelles Mobiliar in der Kombizone, evtl. Sonderanfertigung, mit Grund- und Sonderbeleuchtung, entsprechend der Nutzungseinheit der Kombizone.

Konsequenzen

Die verschiedenen Bürokonzepte stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an die Einrichtung. Bei einer Neumöblierung kann man auf Basis des Bürokonzeptes entsprechendes Mobiliar anschaffen und die weiteren Parameter gestalten, bei einer Änderung des Bürokonzeptes unter Verwendung des vorhandenen Mobiliars ist dies schwieriger.

So bedingen flexible Bürokonzepte ebenso flexibles Mobiliar und Ausstattungen. Nicht nur, dass Tische eventuell bewusst richtungslos ausgeführt werden, sollten auch die EDV- und Elektro­installationen veränderbar sein.

Neben den aktuellen rechtlichen Grundlagen für den Büroarbeitsplatz sollten vor allem auch aktuelle Erkenntnisse zur Raumakustik und Beleuchtung in das neue Konzept einfließen.

Oberstes Ziel bei der Gestaltung von Büro­arbeitsplätzen ist es, die Gesunderhaltung der Mitarbeiter sicherzustellen, die Motivation zu fördern und den Arbeitsablauf zu unterstützen.

Arbeitsaufgabe
Grundstein für perfekte Arbeitsabläufe.

Grundlagen

Die Arbeitsaufgabe des einzelnen Mitarbeiters ist der Grundstein für die Entwicklung eines geeigneten Bürokonzeptes. Die Art der Tätigkeit, die Prozesse und Abläufe die sich aus ihr ergeben, bestimmen die Anforderungen an den Arbeitsplatz und im Weiteren an das Konzept. Einige Beispiele von Aufgabentypen:

Einzelarbeit
Reine Sachbearbeitung, Facharbeit, Hierarchie, Diskretion

Teamarbeit
Sach-, Fach- und Projektarbeit in Zusammenarbeit

Gruppenarbeit, Projektbearbeitung
Sacharbeit, Facharbeit in großer Gruppe

Die Einzelarbeit beschreibt Tätigkeiten, die z.B. wiederkehrende, sehr spezifische Aufgaben umfassen, die der Einzelne erledigt. Es können aber auch Arbeiten sein, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, sowie hierarchie­bedingte Einzel-Aufgaben, sowie die Bearbeitung sensibler Aufgaben mit hohem Diskretionsanspruch.

Die Gruppenarbeit beschreibt Tätigkeiten, die im engen Austausch innerhalb eines Prozesses oder Projektes von mehreren Mitarbeitern erfüllt werden, bzw. Aufgaben deren Ablauf­struktur eine enge Vernetzung mehrerer Mitarbeiter bedingt.

Entscheidend für die Ableitung eines Bürokonzeptes ist jedoch auch die Frage nach zeitlicher Klassifizierung der Arbeitsaufgabe. Sind die Aufgabentypen temporär oder dauerhaft? Müssen sie flexibel oder statisch sein?

Konsequenzen

Dauerhafte Einzel- oder Gruppenarbeiten bedingen eine statische Büroraumplanung. Meist setzen sie sich aus Einzel- oder Gruppenbüros zusammen, deren Maß an Flexibilität eher gering ist. Diese Einzel- und Gruppenbüros können je nach Kommuni­kations­anforderung aber auch Teil einer Open Space- oder Kombibüro-Lösung sein.

Temporäre Einzel- oder Gruppenarbeiten sind in ihrer Berücksichtigung im Bürokonzept wesentlich komplexer. Häufig werden hierfür auch Desksharing-Modelle, non-territorial Modelle oder spezielle Bereiche mit temporären Arbeitsplätzen vorgesehen.

Temporäre Einzelarbeiten können sowohl Tätigkeiten von Vertriebs­mitarbeitern beschreiben, die nur selten im Büro sind, als auch Arbeits­zeitmodelle von Teilzeitkräften berücksichtigen.

Analyse

Aus einer unten stehenden Abfrage kann sowohl die Aufgabenart, die Anforderungen an die Kommunikation, als auch die Dauer­haftigkeit abgefragt werden. Hieraus lassen sich nun konkrete Anforderungen an den einzelnen Arbeitsplatz und in Summe an das Bürokonzept ableiten.

Planungsprinzip Analyse Arbeitsaufgabe

Fazit zur Arbeitsaufgabe

ZELLENBÜRO

Einzelarbeit, isoliert, konzentriert, Sachbearbeitung, Arbeiten mit Diskretionsanspruch (Hierarchie), wenig Kommunikationsbedarf

GRUPPENBÜRO

Teamarbeit, Arbeitsaufgabe innerhalb eines Aufgabenprozesses, kreative Gemein­schafts­arbeit, Projektarbeit, Kompetenz­unter­stützung, hoher spontaner Kommuni­kations­bedarf innerhalb der Gruppe

KOMBI-BÜRO

Einzelarbeit, isoliert, konzentriert, Sach­bearbeitung, Arbeiten mit Diskretions­anspruch (Hierarchie), hoher geplanter Kommuni­kationsbedarf (Kombizone)

OPEN SPACE BÜRO

Gruppenarbeit, geringer Konzentrations­bedarf, hoher spontaner Kommunikations­bedarf, Tätigkeiten mit wechselnden Mitarbeitern (Arbeitszeitmodelle)

BÜROLANDSCHAFT

unterschiedliche Arbeitsaufgaben in unterschiedlichen Bürobereichen, die Wahl des Arbeitsplatzes kann der Arbeitsaufgabe angepasst werden; isolierte, konzentrierte Einzelarbeit bis kommunikative, kreative Gruppenarbeit, Tätigkeiten mit wechselnden Mitarbeitern (Arbeitszeitmodelle)

Kultur
Wichtiger Baustein der Unternehmenskultur.

Grundlagen

Nichts spiegelt die Seele eines Unternehmens so klar wieder, wie das Bürokonzept. Es ist ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur und des CI.

Moderne Bürokonzepte beschränken sich nicht auf die Gestaltung der Arbeits­plätze, sondern kreieren eine Arbeitswelt in der es neben der Aufgabenerfüllung gleichermaßen um die Umsetzung der Unternehmenskultur geht.

Dabei gibt es hinsichtlich des Konzeptes kein gut oder schlecht, vielmehr ein passend oder unpassend.Keinesfalls darf ein Bürokonzept umgesetzt werden, um ein bestimmtes CI zu verfolgen, eine Unternehmenskultur zu manifestieren oder Hierarchien abzubilden.

Das Konzept muss den Anforderungen folgen und darf nicht einem anderen Diktat unterliegen. Jedoch kann das Bürokonzept maßgeblich zur Umsetzung der Unter­nehmensstruktur beitragen und die Unter­nehmens­kultur und das CI fördern.

Konsequenzen

Grundsätzlich ist die Hauptanforderung an ein Bürokonzept, die effektive Erfüllung der Arbeitsaufgabe zu gewährleisten. Somit steht die Analyse der Arbeitsaufgabe im Vordergrund.

Ein neues Bürokonzept ist jedoch auch immer eine Chance für Veränderungen. Die Frage nach einem zum Unternehmen passenden oder gewünschtem Konzept kann damit einhergehen. Dementsprechend ist ein neues Bürokonzept auch immer eine Möglichkeit über Arbeitsaufgaben und Abläufe, über Kommuni­kations­anforderungen, über Wertschätzung und Motivation oder über die Unternehmenskultur nachzudenken.

Dies sind Prozesse, die moderiert in Workshops und Interviews gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeiten werden sollten, um eine spätere Akzeptanz sicherzustellen.

Das Bürokonzept darf keineswegs Mittel des Marketings werden und als modernistischer Trend den Mitarbeitern „übergestülpt“ werden, ohne die Implementierung der Arbeitsprozesse sorgfältig vorbereitet zu haben.

Die Analyse der Struktur, der Kultur und des CI hinsichtlich eines neuen Bürokonzeptes bringt kein mathematisches Ergebnis hervor. Vielmehr erhalten Werte und Grundsätze Einzug in die Bürowelt und können dort mit Leben gefüllt werden.

Welche hierarchischen Strukturen existieren und wie sollen diese abgebildet werden? Wie sieht das Arbeitszeitmodell aus? Sind die Arbeitsaufgaben prozess- und zielorientiert? Wie empfange ich Gäste, Kunden und Lieferanten? Was verlange ich von meinen Mitarbeitern und was biete ich ihnen?

Die verschiedenen Bürokonzepte eröffnen unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten.

Fazit zur Kultur

ZELLENBÜRO

introvertiert, diskret, seriös, wenig Offenheit, kaum gemeinschaftlich, wenig besucher­freundlich, hohe Mitarbeiterakzeptanz

GRUPPENBÜRO

teamorientiert innerhalb der Gruppen, wenig besucherfreundlich, wenig Akzeptanz bei den Mitarbeitern (je nach Gruppengröße)

KOMBI-BÜRO

durch Kombizone deutlich offener als reine Zellenstrukturen, Kombizone als Zusatzangebot, kreative Gestaltung, gemeinschaftsfördernd, besucherfreundlich

OPEN SPACE BÜRO

offen, miteinander, flache Hierarchien, kreative Gestaltung möglich, meist geringe Mitarbeiter­akzeptanz, da die Individualisier­barkeit fehlt und akustische und visuelle Störungen zu groß sind, diverse Arbeits- und Arbeitszeitmodelle abbildbar

BÜROLANDSCHAFT

offen, kreativ, freundlich gegenüber Besuchern, großes Zusatzangebot abbildbar, unterschiedliche Arbeits- und Arbeitszeit­modelle abbildbar, Wahl des Arbeitsplatzes entsprechend der Arbeitsaufgabe, sehr gemeinschafts­fördernd, meist hohe Mitarbeiterakzeptanz.

Architektur
Raum für effektives Arbeiten.

Grundlagen

Die Umsetzung der verschiedenen Bürokonzepte bedingt sehr unterschiedliche Anforderungen an die Architektur. Somit sind gerade Überlegungen zu Veränderungen im Bestand häufig eingeschränkt, bzw. muss das Bürokonzept erarbeitet sein, bevor eine neue Immobilie angemietet oder errichtet wird.

Bei den architektonischen Verbindlichkeiten eines Bürokonzeptes sind es neben der Gebäudetiefe, der Raumhöhe, den Stützenstellungen und den natürlichen Belichtungen auch die technische Ausstattung. Flexible Nutzungen z.B. als Open Space bedingen flexible Elektrifizierungen, Heizung, Lüftung und Beleuchtung, auch in den Mittelzonen. Zellenstrukturen erfordern hingegen meist lediglich eine starre Infrastruktur an den Fassadenseiten.

Konsequenz

Nicht jedes Bürokonzept ist in jeder Architektur umsetzbar. Mit der Analyse der Konzeptparameter kann somit die Grundlage für eine neue Architektur ermittelt werden, bzw. aus der Analyse der Bestandsarchitektur die Konzeptmöglichkeiten abgeleitet werden.

Fazit zur Architektur

ZELLENBÜRO

geringe Gebäudetiefe, gleichmäßiges Fassadenraster, flexibles Büro­trennwand­system, Belichtung und Beleuchtung raumweise individuell steuerbar, Elektrifizierung auf Fassaden­raster abgestimmt entlang der Fassade

GRUPPENBÜRO

mittlere Gebäudetiefe (zweireihige Möblierung), gleichmäßiges Fassadenraster, flexibles Bürotrenn­wandsystem, Belichtung und Beleuchtung raumweise individuell steuerbar, Elektrifizierung auf Fassaden­raster abgestimmt entlang der Fassade

KOMBI-BÜRO

große Gebäudetiefe, gleichmäßiges Fassaden­raster, flexibles Bürotrenn­wandsystem, Belichtung und Beleuchtung raumweise individuell steuerbar, Elektrifizierung auf Fassaden­raster abgestimmt entlang der Fassade, Kombizone klimatisiert, individuelle Beleuchtung, Elektrifizierung entsprechend der Nutzung meist über Bodentanks

OPEN SPACE BÜRO

unterschiedliche Gebäudetiefen (eher größer), flexible oder gleichmäßig geplante Elektrifizierung über Bodentanks, Klimatisierung, zentrale Belichtungssteuerung, meist Grund­beleuchtung mit individueller Arbeits­platz­beleuchtung, raumakustische Maßnahmen über Decke, Wände, Raumgliederungen und das Mobiliar

BÜROLANDSCHAFT

unterschiedliche Gebäudetiefen (eher größer), flexible oder gleichmäßig geplante Elektrifizierung über Bodentanks, Klimatisierung, manuelle Lüftung in den Büros, zentrale und manuelle Belichtungs­steuerung, meist Grund­beleuchtung mit individueller Arbeits­platz­beleuchtung, raumakustische Maßnahmen über Decke, Wände, Raum­gliederungen und das Mobiliar in den offenen Bereichen.

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