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Weiß ist das Alpha und Omega

Nachdem wir bereits in voran­ge­gan­genen Texten die Farben Blau und Rot vorge­stellt haben, soll es jetzt um eine der ältesten und treuesten Farben der Menschheit gehen: die Farbe Weiß. Für viele sind bei dieser Farbe die Assozia­tionen sofort klar: Unschuld, Reinheit, Sauberkeit.

Dazu ein paar Werbe­slogans aus den vergan­genen Jahrzehnten, vorzugs­weise aus der Wasch­mit­tel­branche: „Wäscht so weiß, weißer geht es nicht“ (Dash, 1964), „F4 besiegt vergilben – wäscht dauerweiß“ (F4, 1972), „Nichts wäscht klarer, nichts wäscht weißer“ (OMO, 1964). Ein Wasch­mit­tel­her­steller verstieg sich sogar einmal zur Aussage „…wäscht weißer als weiß.“

Man sieht, die Anfor­de­rungen an diese zarte und fried­liche Farbe sind hoch! Und doch hat sich die Menschheit immer wieder gefragt, ob sie denn überhaupt eine Farbe ist. Oft wird sie nämlich mit der Abwesenheit von Etwas in Verbindung gebracht. Besonders deutlich ist dies im Franzö­si­schen. So ist eine „page blanche“ ein unbeschrie­benes Blatt, eine „voix blanche“ eine tonlose Stimme und eine „nuit blanche“ eine schlaflose Nacht.

Die paläo­li­thische Höhlen­maler haben die Frage nach der Farbe Weiß schon früh beant­wortet. Für sie stellte sich die Frage wohl gar nicht. Weiß war selbst­ver­ständlich eine Farbe, auf Höhlen­felsen finden sich immer wieder tierische Darstel­lungen, erstellt mit kreide­ähn­lichen Materialien. Auch für die Antike war die Angele­genheit klar. Die Farbe Weiß war eine der Grund­farben, neben Rot und Schwarz. Weiß ist eben nicht die Abwesenheit von Farbe. Im Gegenteil: Mischt („addiert“) man die Grund­farben Rot, Blau und Grün in gleichem Verhältnis, so sieht das mensch­liche Auge die Farbe Weiß („additive Farbmi­schung“).

Über den Lauf der Jahrhun­derte hat sich dann die starke Assoziation von Weiß mit Sauberkeit, Reinheit und später der Unschuld gefestigt und verstetigt. Dies gilt für die aller­meisten Kulturen. Dennoch existieren auch bei der Farbe Weiß kultu­relle Unter­schiede. Während in unseren Breiten­graden Weiß für die Unschuld steht und immer noch die begehr­teste Farbe für Hochzeits­kleider ist, so wird sie beispiels­weise in Südkorea zu Beerdi­gungen getragen. Im Mittel­alter galt Weiß als die Gesichts­farbe des Adel, der alles daran setzte, die Gesichtshaut so weiß wie möglich erscheinen zu lassen. So hob man sich ab von den arbei­tenden Bauern auf dem Feld, die braun gebrannt waren. Hier liegt auch der Ursprung des Begriffs des „Blauen Bluts“. Die Haut war so weiß, dass die Adern hervor­traten, die auf der weißen Haut bläulich schim­merten. Bis vor ein paar Jahren vielleicht hat sich dies genau umgekehrt.

Dennoch ist die Assoziation mit der Reinheit sicherlich die älteste und stabilste. Jahrhun­der­telang waren Stoffe, die am Körper getragen wurden, weiß. Nicht nur aus symbo­li­schen Gründen. Da die Unter­wäsche oft gekocht werden musste, wäre anders­farbige Wäsche schnell ausgeb­lichen. Weiß war da stabil und obendrein die Farbe der Hygiene. Nicht umsonst strahlen unsere Badewannen und Kühlschränke heute noch meist in klarem Weiß .

Neben dieser eher profanen Bedeutung geht die Farbsym­bolik bei Weiß aber noch deutlich weiter. Sie steht für nichts weniger als den Ursprung der Welt. Das Ei, das in vielen Kulturen den Ursprung der Welt symbo­li­siert, ist weiß. Auch in der katho­li­schen Liturgie spielt Weiß eine heraus­ra­gende Rolle. Seit dem 2. Vatika­ni­schen Konzil wird es als Farbe des Lichts an Weihnachten und vor allem an Ostern und den nachfol­genden Festzeiten verwendet. Selbst die Wissen­schaft steht da nicht zurück: Der Urknall wird oft in grellem weißem Licht darge­stellt.

Kurz, Weiß ist der Anfang allen Lebens. Aber nicht nur. Als ob sich hier ein Kreis schließen müsste, gilt diese univer­selle Farbe in afrika­ni­schen und asiati­schen Kulturen auch als Farbe der Trauer. So ist Weiß das Alpha und Omega, der Beginn und das Ende des Lebens. Univer­seller geht es kaum!