Positive Stadt­ent­wicklung – WRO Veran­staltung im Showroom in Biberach

Die Veran­staltung „Die Stadt der Zukunft: Leben in der Morgen­stadt und Nachhal­tig­keits-Trends“ fand im Rahmen der jährlich statt­fin­denden Vortrags­reihe „Positive Stadt­ent­wicklung“ bei Hund Möbel­werke in Biberach statt. Die globalen Megatrends Elektri­fi­zierung und Digita­li­sierung verändern den Städtebau grund­legend. Am Mittwoch widmeten sich die Wirtschafts­region Ortenau (WRO) gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund und der Archi­tek­ten­kammer Baden-Württemberg diesem Thema. 

„Aktuelle globale Heraus­for­de­rungen wie beispiels­weise der Klima­wandel, der demogra­fische Wandel und die Digita­li­sierung verändern unseren Alltag. Diese Verän­de­rungen wirken sich auch auf die Anfor­de­rungen an eine moderne Stadt aus und fordern ganzheit­liche urbane Lösungen“, begrüßt Dominik Fehringer, Geschäfts­führer der WRO die Gäste am Mittwoch in Biberach. Welche Projekte im Städtebau bereits Lösungen für diese Probleme liefern, erklärte Alanus von Radecki, Leiter der Morgen­stadt-Initiative. Die Morgen­stadt-Initiative unter Leitung der Fraun­hofer-Gesell­schaft setzt in europäi­schen Städten auf Grundlage modernster Forschung die Stadt der Zukunft um. Gemeinsam mit Koope­ra­ti­ons­partnern aus Städten, Wirtschaft und Forschung werden Innova­tionen für den nachhal­tigen Städtebau entwi­ckelt und umgesetzt.

„Plusener­gie­häuser, Urban Farming oder auch inner­städ­tische Seilbahnen sind nur wenige Beispiele für den Umgang mit diesen Heraus­for­de­rungen im Städtebau“, so von Radecki. Betrachtet man diese bereits bestehenden Möglich­keiten, stelle sich die Frage, weshalb es dennoch Städte gibt, die ihren ökono­mi­schen Fußab­druck auf der Erde hinter­lassen. Zwar werden die Innova­ti­ons­zyklen bedingt durch die Digita­li­sierung immer kleiner, weiß von Radecki, jedoch sei der Zeitho­rizont für Stadt­ent­wick­lungs­pro­jekte unver­ändert geblieben. Als Beispiel nennt von Radecki das Projekt Stuttgart 21: Das Projekt wurde in en 90er-Jahren geplant. Die Anfor­de­rungen an solch ein Projekt haben sich aber mittler­weile grund­legend geändert. Kleinere Städte und Gemeinden haben hier einen entschei­denden Vorteil im Gegensatz zu Großstädten, so Gregor Grassl, Teamleiter für City Development bei Drees & Sommer. „In kleineren Kommunen gibt s kurze Wege zu den lokalen Unter­nehmen und Entschei­dungs­trägern.“

Besonders wichtig sei, dass man in der Planung mögliche Verän­de­rungen recht­zeitig einplant. Ein Beispiel dafür seien zum Beispiel Flächen, die bereits heute im Städtebau für die Nutzung von autonomen Fahrzeugen vorge­sehen werden, so Grassl. Er weist außerdem auf das Cradle2­Cradle-Prinzip als ein Baustein von nachhal­tigem Städtebau hin. Cradle2­Cradle, auf Deutsch „von der Wiege bis zur Wiege“, beschreibt vor dem Hinter­grund der Rohstoff­knappheit einen Kreislauf, in dem Rohstoffe wieder­ver­wendet oder in den Kreislauf zurück­ge­führt werden. Das Prinzip lasse sich von der Natur ableiten: Wenn ein Baum stirbt, geht er zurück in den Kreislauf und gibt wiederum einem anderen Baum Nährstoffe. Übertragen auf den Städtebau bedeute dies, dass schon beim Planen berück­sichtigt wird, dass die einzelnen Rohstoffe am Ende wieder­ge­nutzt werden können. „Wenn wir das schaffen, erreichen wir eine positive Stadt­ent­wicklung!“

Quelle: WRO – Wirtschafts­region Ortenau